
Seit das Monopol der Kirche zur Definition der Herkunft des Menschen am Ausgang des
Mittelalters schwand, versuchen Philosophen, Dichter und Wissenschaftler der christlichen
Welt,das Wesen des Menschen neu zu definieren. Der immer wieder dazu auffordernde Grund liegt
in der offensichtlichen Unausgeglichenheit der menschlichen Natur und den vielen Widerspruechen,
die sein Denken und Handeln bestimmen. Er will Frieden und Krieg, das Gute und das Boese, Treue
und Untreue, Liebe und Haß, Freiheit und Bindung und viele andere Gegensaetzlichkeiten mehr,
und ist oft hin- und hergerissen zwischen den Moeglichkeiten, die sich ihm bieten.
Darwin hat versucht, die Herkunft des Menschen aus der Entwicklung allen Lebens auf der Erde
heraus zu erklaeren. Um seine Theorie zu bestaetigen, suchen Generationen von Wissenschaftlern
und Forschern seit mehr als hundert Jahren in allen Laendern der Erde nach Spuren, Knochen,
Werkzeugen und anderen Beweisen. Sie haben viel gefunden, was auf die Entwicklung eines Wesens
auf der Erde hinweist. Aber etwa 8 000 Jahre vor Christi Geburt ist nach dem geltenden Wissen
dieses Wesen gerade soweit in seiner Entwicklung, daß es Feuer machen, primitive Steinwerkzeuge
herstellen und in kleinen Gruppen, von Jagd und Fischfang lebend, sein Leben fristen kann.
Seine geistigen Faehigkeiten sind jedoch bereits beachtlich und auf dem Gebiet der
kuenstlerischen Darstellung leistet es Erstaunliches.
Doch jetzt setzt eine rasante Entwicklung ein. Der Mensch besitzt ploetzlich Haustiere und kennt
eine Reihe von noch heute verwendeten Getreidearten . Das ermoeglicht ihm das Sesshaftwerden.
Für diese erstaunlichen Fortschritte gibt es bisher keine wissenschaftlich anerkannte
Begründung aber immerhin schon einen Begriff. Es ist der der " Neolithischen Revolution".
Aber es gibt noch mehr Erstaunliches, denn nur 3000 Jahre spaeter finden wir staedtische
Hochkulturen in den Flusstaelern des Indus und etwas spaeter in denen des Nils, des Euphrats und
des Tigris mit nahezu allen Merkmalen heutiger Staaten. Typisch für diese Staaten ist das
Vorhandensein eines Herrschers mit nahezu unbeschraenkter Macht, die er über ein straff
organisiertes System von Priestern, Beamten und Kriegern ausuebt. Auch der uebrige Staat ist
gut gegliedert, es gibt scharf abgegrenzte Schichten von Handwerkern, Haendlern, Bauern und
Sklaven. Es gibt Fronden und Steuern und Kunstbauten wie Kanaele, Daemme, Strassen. Palaeste
und Pyramiden werden geplant und mit einer heutzutage kaum erreichbaren Praezision ausgefuehrt.
Ein Wunder ! Oder nicht ?
Die heutige Geschichtsschreibung versucht zum Teil noch, wenn auch nicht mit großer innerer
Ueberzeugung, diesen erstaunlichen Wandel und Fortschritt mit einer klimatischen Veraenderung
zu erklaeren, welche die Menschen zwang, sich in die Flußtaeler zurückzuziehen und sich dort
staatlich zu organisieren. Glaubhaft ist dies nicht ! Viel eher waere es nach Darwin
wahrscheinlich, daß im Kampf um den kleiner werdenden Lebensraum die staerkeren Gruppen die
schwaecheren umgebracht haetten . Es handelte sich schließlich um voellig ungebildete
Wilde, die von einer staatlichen Organisation nicht die geringste Ahnung hatten.....!
Aber was war dann ?....? Eine nur zu berechtigte Frage.