von Karl Juergen Hepke
Das geschah schliesslich und endlich, nachdem sie mit ihrer Religion, ihrer Kultur und
Zivilisation den gesamten Mittelmeerraum und große Teile Vorderasiens gepraegt hatten. Auch
sie sind Kinder des Volkes des " Atlantischen Reiches " Europas, die Stammverwandten der
nordeuropaeischen Voelker, die dann spaeter als Seevoelker ihnen folgen werden und dabei die
dorische Wanderung im Mittelmeer und die arischen und aramaeischen Wanderungen in Asien
ausloesen.

Wie Aegypten, so ist auch Kanaan eines der allerersten Gebiete gewesen , das von Atlantis<
aus, vielleicht als es noch ein ausserirdisches Management hatte, kultiviert wurde. Es koennte
dies die Zeit gewesen sein, in der das Zentrum der Kulturuebermittlung noch in Nordafrika
lag. Nach kanaanitischen Mythen geschah es aber bereits nach der großen Naturkatastrophe von
8500 v. Chr. in der die Urvaeter Kanaans als Ueberlebende von Atlantis I durch die Meereswogen
an den Strand Kanaans geworfen wurden und in den Hoehlen des "heiligen Berges" Karmel eine
erste Bleibe fanden.
Danach waere Kanaan, wie auch Westeuropa, vom Beginn der jetzigen Geschichte an von Atlantern besiedelt gewesen. Zu den hierauf verweisenden Geschichtsmonumenten der fernsten kanaanaeischen Vergangenheit gehoeren die Dolmenfelder auf den Hochflaechen des oestlichen Jordangebiets und bei Hebron. Ueber ihre Entstehungszeit ist sich die Wissenschaft bis heute nicht einig. Alles deutet aber darauf hin, dass auch sie wie die megalithischen Monumente Westeuropas aus der Anfangszeit von Atlantis II stammen, also ihren Ursprung in der Zeit um 7000 bis 6000 v. Chr. haben.
Diese Ansicht wird von fortschrittlich denkenden Vorgeschichtsforschern vertreten, die eigenartigerweise fast alle aus den USA stammen. In Europa, das diesen Gedanken von den Urspruengen her viel naeher sein muesste, tut sich in dieser Hinsicht fast garnichts, denn man haengt mit Vorliebe noch an den Geschichtvorstellungen des 19. Jahrhunderts. Ein Umstand auf dessen vermutliche Ursachen spaeter noch eingegangen wird.
Der amerikanische Palaestinaforscher W. F. Albright glaubt jedenfalls diese aehnlich den nordischen und westeuropaeischen Huenengraebern aus grossen Steinplatten in Haus- und Gangform errichteten Graeber zwischen das sechste und vierte Jahrtausend v. Chr. datieren zu koennen. Zu den Dolmen gehoeren oefters auch Reihen von aufgerichteten Steinen, sogenannten Menhirs, und Steinkreise, die wie einige zyklopische Befestigungsanlagen, die vielleicht zeitlich auch zu diesen megalithischen Bauten gehoeren, aus grossen Bloecken aufgeschichtet sind.
Man hat bisher nur feststellen koennen, daß die megalithische Bauweise in Palaestina wie in Europa schon sehr alt ist , ebenso wie die Anbetung der Gottheit in einem konischen Stein, fuer die sehr fruehe Zeugnisse vorhanden sind.(7)
Um die Mitte des fuenften Jahrtausends kannte man in Kanaan bereits das Kupfer. Im Yarmuktal entdeckte man eine Kultur, die mit ihrer durch Graetenmuster verzierten Tonware und ihren kleinen Kunstwerken aus Kieseln, Basalt und Kalkstein- unter ihnen teils naturalistische, teils schematische weibliche Darstellungen - einen bedeutenden Einfluss auf die fruehen Kulturen des Ostmittelmeers ausgeuebt zu haben scheint.(7) Diese Feststellungen deuten darauf hin, daß der Ursprung der Kanaaniter , aehnlich wie der der Einwohner von Catal Hueyuek und der Anfaenge von Atlantis II an den Kuesten des Atlantiks, in Atlantis Ilag.
Denn zu Beginn des vierten Jahrtausends bluehte in Kanaan bereits eine Kultur, deren Hoehe
in mancher Hinsicht einmalig war. Die Grabungen von Teleilat el Ghassul in der Naehe von
Jericho zeigten, daß man um diese Zeit in gut gebauten Ziegelhaeusern mit Fundamenten aus
Feldsteinen und Holzdaechern lebte. Die Lehmziegelwaende waren oft mit wunderbaren Malereien
geschmueckt: Man fand unter anderem einen mit kunstvollen Mustern ausgefuellten grossen
achteckigen Stern. Seine Form mag kultische Bedeutung haben, denn die aelteste sumerische
Bilderschrift setzte einen achteckigen Stern fuer den Begriff " Gott " ein. Um den Stern
von Ghassul gruppieren sich stilisierte drachenaehnliche Wesen und geometrische Figuren.(7)

Um das Jahr 2000 v. Chr. herum, als die Expansion von Atlantis II in den oestlichen
Mittelmeerraum ihren ersten Hoehepunkt hatte, war die Kueste Kanaans eines der bedeutendsten
Gebiete fuer den atlantischen Handel . Atlantische Schiffe brachten Holz, Korn, wohlriechende
Harze und Oele, Luxusgegenstaende und Schmuck sowie die beruehmten Purpurstoffe, deren
Farbe an den syrischen Kuesten aus dem verwesten Fleisch der Murexmuschel gewonnen wurde,
Parfuems und selbst exotische Tiere nach Ugarit, Sidon und Tyrus. Von dort wurden diese
kostbaren Waren dann nach Kleinasien und Mesopotamien ueber den Landweg oder durch
atlantische Schiffe nach Aegypten, Griechenland, Kreta oder Tharsis , als dem Umschlagplatz
fuer den nordatlantischen Raum und fuer die afrikanische Atlantikkueste, weiterverfrachtet.

Wie die in Ugarit gefundenen Texte
beweisen, lieferte Kanaan seinerseits nach dem Sueden fuer Aegypten besondere Hoelzer
namens >urkarinnu< , Kupfer aus Zypern, Bronzegeraete und Waffen, in deren Herstellung
die atlantischen Volksteile, die sich in den Metallbergbauregionen Anatoliens und des
noerdlichen Iran niedergelassen hatten, besonders geschickt waren. Dazu kamen Pferde aus
Kleinasien. Aegypten, das sich zur Kornkammer entwickelt hatte, lieferte große Mengen von
Getreide zur Versorgung der Bevoelkerung der Staedte.

Vieles aenderte sich, als durch die kosmische Katastrophe von 1250 v. Chr. die Zentrale
des atlantischen Reiches Tharsis ausfiel und in den folgenden Jahrzehnten die Wellen der
Seevoelker Phoenizien und Syrien ueberschwemmten. Das Geschick des damals schon mehr als
3000 Jahre alten Ugarit sollte sich nun vollenden. Es wurde zuerst von den Seevoelkern
eingenommen und als Basis fuer weitere Operationen benutzt. Als Aegypten die Voelkerlawine
zum Stehen und , nach eigenen Angaben, in einer grossen Schlacht besiegt hatte, begann auch
der Koenig Tiglatpileser I von Assyrien einen Feldzug gegen die eingedrungenen Seevoelker
und zerstoerte das vom Feind besetzte Ugarit vollstaendig.
Das von allen Katastrophen verschont gebliebene, durch zyklopische Mauern schwer befestigte, auf einer Insel vor der Kueste liegende und als uneinnehmbar geltende Tyrus konnte um das Jahr 1000 v. Chr. die Seeherrschaft im Mittelmeer ungestoert uebernehmen. Es stellte die traditionelle Verbindung zum Koenigreich Tharsis , das sich inzwischen etwas von der Naturkatastrophe erholt hatte, aber auf Grund der Vernichtung oder Auswanderung grosser Teile der kulturtragenden Bevoelkerung nie wieder zur alten Macht gelangte, wieder her.
Das wiederaufgebaute Tharsis wurde jetzt im griechisch sprechenden Raum Tartessos genannt und hatte mit dem Macht- und Kulturzentrum Tharsis - Atlantis II von einst nur noch wenig gemeinsam, obwohl sich in diesem "El Dorado" der Antike wieder der landwirtschaftliche Reichtum Andalusiens mit jenem an kostbaren Erzen verband, die aus dem Boden Iberiens gewonnen oder laengs der Ozeankuesten aus den Laendern des Nordens herangeschafft wurden .
Die nach wie vor gastlichen Koenige des Landes raeumten den stammverwandten Phoeniziern eine Niederlassung in Gades ein. An diesem Orte, dem spaeteren Cadiz, verehrte man noch zur Roemerzeit den tyrischen Stadtgott Melkart, der von den Griechen mit Herakles identifiziert wurde, nach kanaanitischem Ritus. Die wiederaufgenommene Verbindung mit Tharsis und den im Westen liegenden Gebieten des ehemaligen atlantischen Reiches war fuer die Tyrer handelspolitisch ebenso bedeutsam wie spaeter die Besetzung Indiens im 18. und 19. Jahrhundert fuer die Englaender.
Um die Verbindungen in den inzwischen unruhig gewordenen Zeiten zu sichern, wurde ein ganzes
Netz von Zwischenstationen, Festungen und Landeplaetzen angelegt oder wieder in Betrieb
genommen. Ein regelmaessiger Handel mit Tartessos machte die Kontrolle ueber die gesamte
nordafrikanische Kueste notwendig, wollte man nicht den Umweg ueber Italien und die
Provence nehmen oder Suedspanien ueber Sizilien, Sardinien und die Balearen auf offener
See ansteuern.(7) Zum Schutz dieser mittleren Route sicherten sich die Phoenizier wieder die
Kontrolle ueber die alten Einflussgebiete des ehemaligen atlantischen Reiches : das oestliche
Sizilien, die sardischen Kuesten und die Balearen. Ihre bevorzugte und am
eifersuechtigsten gehuetete Fahrstrecke aber blieben die Kuestengewaesser Nordafrikas

Nach der wild bewegten Zeit der Invasion der Seevoelker erholten sich die phoenizischen
Staedte verhaeltnismaeßig rasch und gelangten zu neuer Bluete.(7) Durch den Einfall der
stammverwandten Seevoelker von der Fremdherrschaft Aegyptens befreit, und dank der
erheblichen Vermehrung des gutausgebildeten Bevoelkerungsanteils atlantischer Herkunft,
erreichte Phoenizien um die Jahrtausendwende seinen Hoehepunkt als Handels - wie als Seemacht.
Die kretisch - achaische Konkurrenz war durch die Seevoelker oder durch innere Auseinandersetzungen zerstoert worden, und das durch Bevoelkerungsverlust und Verwuestung weiter Gebiete ins Abseits geratene Tharsis, erholte sich, wie bereits erwaehnt , nie wieder richtig von den Folgen der Naturkatastrophe.
Tyrus genoss sein goldenes Zeitalter, das nahezu zweihundert Jahre dauerte. Seine Flotten waren es vor allem, die auf grosse Fahrt gingen und ueberall im Mittelmeer die alten atlantischen Handelsniederlassungen wiederbelebten und neue Kolonien gruendeten. Von Zypern bis Spanien fand man die phoenizischen Faktoreien. Auch Karthago wurde in dieser Zeit gegruendet.
Der neue punische Staat an der afrikanischen Kueste bekommt die zweitausend Jahre alte Erfahrung, die vielfaeltigen Traditionen, die Handelsbegabung und den Unternehmungsgeist des Mutterlandes mit auf den Weg. Es verwaltet und vollendet das Erbe Phoeniziens , als dieses sein Eigenleben unter der Herrschaft der Assyrer und der Perser allmaehlich verliert.(23)
Tyrus und Sidon, die beiden Hauptorte der phoenizischen Macht, mussten sich mit den Assyrern um 720, 701 und 678 herumschlagen. Sidon wurde eingenommen , zerstoert und wiederaufgebaut. Als das Assyrerreich 612 von den verbuendeten Babyloniern und Persern geschlagen wurde, wendet sich Phoenizien noch einmal Aegypten zu, aber die Babylonier waren nicht bereit, das fuer sie wichtige Kuestenland aufzugeben.
Nach Babylon folgte Persien als Oberhoheit. Sidon gelangte wieder zu einiger Bedeutung und wurde Hauptstuetzpunkt der persischen Flotte und zeitweise sogar Regierungssitz. Das verhinderte aber nicht, daß es immer wieder Aufstaende gegen die Perser gab. 346 wurde der Palast des persischen Koenigs gepluendert. Artaxerxes marschierte daraufhin gegen Phoenizien, Sidon wurde gebrandschatzt und 40 000 seiner Einwohner sollen mit ihrem Koenig getoetet worden sein.
Als 333 v. Chr. das persische Heer vernichtend durch Alexander geschlagen wurde, oeffneten die phoenizischen Staedte ausser Tyrus ihm die Tore. Alexander belagerte Tyrus sieben Monate lang, baute einen Damm und schloss es mit Hilfe der zyprischen Flotte vollstaendig ein. Nach der Eroberung, die nach alten Berichten nur mit der Hilfe "fliegender Schilde" also "UFOS" moeglich war, die die unueberwindbaren Zyklopenmauern mit ihren Energiestrahlen zum Einsturz brachten, vernichtete er die Einwohner durch Feuer und Schwert.
Der Damm Alexanders blieb als Wahrzeichen des Untergangs der Stadt bestehen. Heute ist er versandet und die Insel von Tyrus, die in gewisser Weise die Nachfolgerin der sagenhaften Insel Atlantis war , ist fest mit dem Land verbunden.
Dreitausend Jahre lang erfuellte das kanaanaeische Volk seine Aufgabe als Mittler zwischen den Kontinenten . Sein Wesen war vielfaeltig wie seine ethnische Zusammensetzung und die Kulturstroeme, die durch Kanaan hindurchgeflossen waren. In den auf der atlantischen Basis beruhenden religioesen Vorstellungen aber, die zur Grundsubstanz seines Lebens gehoerten und denen alle Manifestationen seines Daseins untergeordnet waren, blieb dieses sonst so bewegliche Volk stets eigenartig konservativ.(7)
Auch in diesem Volk zeigte sich, wie vorher in Kreta und spaeter in Karthago und Etrurien, dass man sich seines Glaubens und seiner Goetter aus eigener in der Tradition ueberlieferter Erfahrung ganz sicher war, und dass man nicht bereit war, von diesem Glauben auch nur ein wenig abzuruecken. Noch in historischer Zeit ragte seine Religion als ein seltsames Stueck Urzeit in die aufgeklaerte Welt der Griechen, und keine Bruecke fuehrte von den kanaanaeischen Kulten zum Monotheismus der Hebraeer.(7)
Dieses beweist, mehr als alles andere, die Zugehoerigkeit des kanaanaeischen Volkes zum atlantischen Urvolk und zu den direkt von den "Goettern" erhaltenen Lehren und Gesetzen. Man fuehlte sich als Volk "das von den Goettern und den Riesen abstammt" und hielt daran fest, bis die dieser alten Tradition verstaendnislos oder sogar feindlich gegenueberstehenden, im Vergleich "traditionslosen" neuen Voelker Griechen, Roemer, Juden, Christen und Mohammedaner schliesslich auch den letzten unbelehrbaren "Barbaren" oder "Heiden" getoetet oder zur Verleugnung seiner Religion gezwungen hatten.
Lesen Sie hierzu, umfassend und uebersichtlich dargestellt :
DIE GESCHICHTE VON ATLANTIS, der vergessene Ursprung unserer Kultur
von Karl Juergen Hepke
TRIGA - DER VERLAG, 2.Aufl. 2008, Hardcover, 268 Seiten, Eur 22,00 , ISBN 978-3-89774-539-1